Veranstaltung

Streitbeilegungssysteme transnationaler Konzerne

Gralf-Peter Calliess (Bremen)

19:00-21:00 Uhr
Berliner Seminar Recht im Kontext
Wissenschaftskolleg zu Berlin, Villa Jaffé
Wallotstraße 10, 14193 Berlin

Bei der Konfliktlösung im internationalen Handel spielen staatliche Gerichte im Vergleich zum Binnenhandel statistisch nur eine untergeordnete Rolle. Auch die Bedeutung internationaler Schiedsgerichte fällt gemessen an Fallzahlen gering aus. Nach Schätzungen der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) findet ungefähr ein Drittel des Welthandels innerhalb transnationaler Unternehmen statt. Dieser Anteil erhöht sich auf bis zu 80 Prozent, wenn man deren nicht eigentumsgestützte, aber doch hierarchisch organisierte globale Wertschöpfungsketten einbezieht. Auf der Grundlage einer empirischen Studie geht der Vortrag der Frage nach, wie Vertragsdurchsetzung im Intra-Firmen-Handel institutionell organisiert wird und welche Formen der Streitbeilegung dabei zur Anwendung kommen.

Gralf-Peter Calliess ist Professor für Bürgerliches Recht, internationales und vergleichendes Wirtschaftsrecht sowie Rechtstheorie am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten des internationalen Privat- und Zivilverfahrensrechts und des transnationalen Handelsrechts einschließlich des Seehandelsrechts und der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit. Von 2007 bis 2014 leitete er ein Teilprojekt zur Verfassung des globalen Handels am Bremer Sonderforschungsbereich Staatlichkeit im Wandel. Wichtige Veröffentlichungen sind: Rough Consensus and Running Code – A Theory of Transnational Private Law (mit Peer Zumbansen, 2010); Der Richter im Zivilprozess – Gutachten zum 70. Deutschen Juristentag (2014); Rome Regulations – Commentary (Hrsg., 2. Aufl., 2015).